Wenn Sie Symptome wie Fließschnupfen, Niesattacken. Augenbindehautentzündung, eine verstopfte Nase oder Atembeschwerden (Asthma) nach Kontakt z. B. mit Tieren, nach einem Spaziergang durch blühende Wiesen oder nach dem Bettenbeziehen bemerken, haben Sie vermutlich eine Allergie.
Was ist eine Allergie? Unter einer Allergie versteht man eine veränderte übersteigerte Reaktionslage des Organismus. Sie zeigt sich durch die Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegen bestimmte Stoffe. Es gibt verschiedene Typen von allergischen Reaktionen, die sich an unterschiedlichen Organen und mit entsprechenden Krankheitsbildern zeigen können.
Was sind Allergene? Es handelt sich meist um körperfremde, eigentlich unschädliche Substanzen (Eiweiße) wie z. B. Pollen, Hausstaubmilben und deren Kot, Tierhaare, Schimmelpilze und Nahrungsmittel, die das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise als feindlich ansieht.
Was können Sie tun?
Erster Schritt: Sie sollten einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufsuchen.
Zweiter Schritt: Allergietest
Ihr Arzt wird nach einer ausführlichen Befragung Ihrer Krankengeschichte
(Anamnese) festlegen, welche Allergene untersucht werden sollen. Der
gebräuchlichste Test an der Haut ist der sogenannte "Pricktest". Hierbei werden Allergenlösungen auf den Unterarmen getestet.
Dritter Schritt: Therapie
Es
stehen drei Typen von Behandlungen zur Verfügung, die häufig zu Beginn
alle drei nebeneinander durchgeführt werden sollten bzw. müssen. Trotz
dieser Behandlungsmethoden sind Allergien nicht heilbar. Die
Behandlungsschritte sind:
Karenz: (Allergenvermeidung) Bei der Karenz versucht man dem Allergen aus dem Weg zu gehen, es zu vermeiden. Der Gräserpollenallergiker sollte zum Beispiel blühende Wiesen meiden, der Hausstaubmilbenallergiker sollte nicht staubsaugen usw...
Pollenallergie (Heuschnupfen):- Nase mit Salzwasser ausspülen
- auf dem Land ist der Pollenflug morgens stärker (abends lüften),
- in der Stadt abends (frühmorgens lüften)
- feucht wischen in der Wohnung besser als Staubsaugen
- viel trinken
- bei Wind Fenster schließen
- Calcium zu sich nehmen (Milch)
- draußen Sonnenbrille tragen
- in das Auto und den Staubsauger Pollenfilter einbauen lassen
- bei trockenem, warmem und windigem Wetter Wiesen und Felder meiden
- nach einem Aufenthalt im Freien Haare ausspülen,
- Brillengläser reinigen, Kleider wechseln
- Kleider außerhalb des Schlafzimmers ablegen
- Honig kann Rückstände von Pollen enthalten
- Urlaub an der See oder im Gebirge verbringen
- Pollenflugvorhersagen beachten
Soweit möglich sollten Allergiker ihre allergieauslösenden Stoffe meiden. (Karenz)
Medikamente: Um die allergische Reaktion zu lindern kann man Antihistaminika einnehmen, sogenannte Histaminrezeptorenblocker, die verhindern, daß das Histamin in der allergischen Reaktion zur Wirkung gelangt, da der Rezeptor blockiert ist.
Allergieimpfung (Hyposensibilisierung, Spezifische Immuntherapie): Ziel der Allergieimpfung ist es, eine körpereigene Toleranz gegenüber den Allergenen aufzubauen und damit die Symptome dauerhaft zu unterbinden. Diese Behandlung nimmt als einzige Methode Einfluss auf das veränderte Immunsystem und setzt somit an der Ursache der Erkrankung an. Sie bewirkt eine Minderung der Krankheitserscheinungen. Die Allergie bleibt im Allergietest nachweisbar, die Symptome werden weniger oder verschwinden.
Die Behandlung wird speziell auf die krankmachenden Allergene abgestimmt. Sie dauert etwa 3 Jahre. Seit ca. 10 Jahren wird die sogenannte "Kurzzeittherapie" mit Allergoiden, einer effizienteren und nebenwirkungsärmeren Medikamentenform, immer häufiger eingesetzt. Diese Therapieform eignet sich für Pollenallergiker und reduziert die Zahl der Spritzen von ca. 20 auf 4-7 Injektionen pro Jahr (je nach Hersteller).
Neuerdings gibt es auch die subllinguale Hyposensibilisierung, bei der der Patient die Therapie in Form von Tropfen, die er sich unter die Zunge träufelt, zuhause durchführt.
Eine Sonderform ist die Allergietablette bei der das Allergen in Tablettenform appliziert wird.
Diese Therapie ist erheblich teurer und wird nur in Ausnahmefällen verordnet.
Für weitere Informationen stehe ich Ihnen im Rahmen der Sprechstunde zur Verfügung.
Wir wünschen Ihnen gute Besserung.